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Sebastian Kraatz

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10.05.2019, 12:31

(S-H) Ostholstein plant Umstrukturierung des Rettungsdienstes

Wie aus einer Vorlage des Kreistages hervorgeht, möchte der Kreis Ostholstein die durch den im November 2018 erstellten Bedarfsplan empfohlenen Erhöhungen der Rettungsmittelvorhaltung durch eine zu gründende Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) selbst in Dienst stellen und besetzen. Weiterhin ist mindestens eine Rettungswache, die aktuell durch das DRK besetzt wird, nach der Planung ab September 2019 ebenfalls durch die AöR besetzt. Die Verwaltung des Rettungsdienstes soll auch durch die AöR durchgeführt werden (aktuell ebenfalls DRK). Die bisher eingebundenen Hilfsorganisationen sollen auch in Zukunft mit der aktuellen Vorhaltung betraut bleiben. Der private Anbieter aus Bad Malente wird weder in der Bedarfsplanung, noch in der Vorlage erwähnt. Die Rettungswache scheint also in den Augen des Kreises nicht zu existieren. Die Erhöhung der Vorhaltung beträgt fast 25% (18% in der Nebensaison, 30% in der Saison).

Der zeitliche Ablauf sieht die Erstberatung am 21.5.19 im Ausschuss vor, danach den Haupt- und Finanzausschuss und abschließend den Kreistag am 18.6.19 zur Entscheidung.
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basti_hh

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12.05.2019, 17:13

Wie aus einer Vorlage des Kreistages hervorgeht, möchte der Kreis Ostholstein die durch den im November 2018 erstellten Bedarfsplan empfohlenen Erhöhungen der Rettungsmittelvorhaltung durch eine zu gründende Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) selbst in Dienst stellen und besetzen. Weiterhin ist mindestens eine Rettungswache, die aktuell durch das DRK besetzt wird, nach der Planung ab September 2019 ebenfalls durch die AöR besetzt. Die Verwaltung des Rettungsdienstes soll auch durch die AöR durchgeführt werden (aktuell ebenfalls DRK). Die bisher eingebundenen Hilfsorganisationen sollen auch in Zukunft mit der aktuellen Vorhaltung betraut bleiben. Der private Anbieter aus Bad Malente wird weder in der Bedarfsplanung, noch in der Vorlage erwähnt. Die Rettungswache scheint also in den Augen des Kreises nicht zu existieren. Die Erhöhung der Vorhaltung beträgt fast 25% (18% in der Nebensaison, 30% in der Saison).
vermutlich, weil der private Anbieter "nur" eine Genehmigung außerhalb des öffentlichen RD hat (ehemals §10 im alten RDG, mit der Auflage ausschließlich über die zuständige Leitstelle eingesetzt zu werden) und sein Vorhaltestunden somit "on top" auf dem bisherigen RD-Bedarfsplan sind.

Siehe hierzu auch §34 Abs 4 im neuen RDG, die Genehmigung kann somit maximal bis März 2022 laufen, danach ist nur noch eine KT-Genehmigung möglich (§24 RDG)

Der zeitliche Ablauf sieht die Erstberatung am 21.5.19 im Ausschuss vor, danach den Haupt- und Finanzausschuss und abschließend den Kreistag am 18.6.19 zur Entscheidung.

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Sebastian Kraatz

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15.05.2019, 10:25

Zitat

In einem von allen Vorständen der vier Hilfsorganisationen unterzeichneten Schreiben an die Mitglieder des Kreistages wird darauf hingewiesen, dass allein in den letzten drei Jahren knapp 20000 ehrenamtliche Stunden in die Rettungsdienstvorhaltung eingebracht worden seien. Kostenersparnis: rund 400000 Euro.


Fehmarn24.de

:shout:

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15.05.2019, 20:40

war Ehrenamt nicht auf hauptamtlichen RD-Stellen irgendwie "out", oder ist das noch ein bisschen 90er Blues mit ähnlichen Tönen, wie es sie auch in SE vor einem Jahr gab ?

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Johannes D. (15.05.2019)

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15.05.2019, 20:41

Damit liefern sie doch das beste Argument, sie aus dem Rettungsdienst herauszunehmen. Ein professioneller RD ist im Jahr 2019 doch wohl obligat. Und dann geht es langsam auch klein Baden-Württemberg an den Kragen, im Rest von SH hat man da ja schon bessere Zustände.

Dass sie auf eine hervorragende und kollegiale Zusammenarbeit verweisen, ist gerade bei den Problemen mit der Abstimmung der Organisationen untereinander in diesem Kreis wirklich ein Witz.
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15.05.2019, 21:32

Damit liefern sie doch das beste Argument, sie aus dem Rettungsdienst herauszunehmen. Ein professioneller RD ist im Jahr 2019 doch wohl obligat.


Mag ja sein, dass meine Erfahrungen überholt sind, aber zumindest damals[tm] bei uns in der Gegend[tm] war eine hauptamtliche Besetzung keineswegs Garant für Professionalität. Regelmäßig leider im Gegenteil ...

Und die Übergänge zwischen "echt ehrenamtlich", "nebenberufliche Tätigkeit auf sog. Aufwandsentschädigung", "Aushilfe als GFB", "Teilzeitkraft" und "Vollzeitkraft" sind ja nun einigermaßen fließend.

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Christoph_Scherer (19.05.2019)

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15.05.2019, 21:40

Vorsichtshalber schon ein kleiner Hinweis in schickem rot: an dieser Stelle möchten wir wirklich nicht über Ehrenamt und Hauptamt als solches und die Qualitätsunterschiede diskutieren. Wir können gerne auf der sachlichen Ebene der vorgetragenen Argumenttation aufbauen, aber ich befürchte ja schon wieder eine startende EA-HA-Revolte. Und das ist völlig wertfrei gemeint.

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15.05.2019, 21:43

Vorsichtshalber schon ein kleiner Hinweis in schickem rot: an dieser Stelle möchten wir wirklich nicht über Ehrenamt und Hauptamt als solches und die Qualitätsunterschiede diskutieren. Wir können gerne auf der sachlichen Ebene der vorgetragenen Argumenttation aufbauen, aber ich befürchte ja schon wieder eine startende EA-HA-Revolte. Und das ist völlig wertfrei gemeint.


I didn't start the fire ... :-D

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15.05.2019, 21:44

Und in schwarz möchte ich an dieser Stelle noch anmerken, dass es Kreise in S-H gibt, wo der Rettungsdienst rein mit hauptamtlichen Kräften besetzt ist (inklusive aller stundenmäßiger Optionen bis hin zu 25%-Stellen), dennoch aber eine Vorhaltung der SEG und des KatS rein ehrenamtlich möglich ist. Und in diversen Übungen wird auch bewiesen, dass es funktioniert. Mir waren die vorgetragenen Argumente auch etwas zuwider, obwohl sie vom Vorsitzenden stammen, dessen Abteilung Rettungsdienst mir monatlich ein Gehalt überweist.

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basti_hh (15.05.2019), thh (16.05.2019)

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16.05.2019, 21:35

Damit liefern sie doch das beste Argument, sie aus dem Rettungsdienst herauszunehmen. Ein professioneller RD ist im Jahr 2019 doch wohl obligat.


Mag ja sein, dass meine Erfahrungen überholt sind, aber zumindest damals[tm] bei uns in der Gegend[tm] war eine hauptamtliche Besetzung keineswegs Garant für Professionalität. Regelmäßig leider im Gegenteil ...

Und die Übergänge zwischen "echt ehrenamtlich", "nebenberufliche Tätigkeit auf sog. Aufwandsentschädigung", "Aushilfe als GFB", "Teilzeitkraft" und "Vollzeitkraft" sind ja nun einigermaßen fließend.


Im Wortsinn bedeutet professionell nun einmal "eine Tätigkeit als Beruf ausübend", "als Beruf betrieben", "fachmännisch". Das ist am ehesten erfüllt, wenn man es beruflich macht.

Und ich weiß aus diesem Forum, oder habe zumindest den Eindruck, dass in Baden-Württemberg diese fließenden Übergänge zwischen den Beschäftigungsformen üblich und verbreitet sind. In Schleswig-Holstein kommen sie sehr wohl vor, sind aber selten. Der besagte Landkreis ist da wohl das führende (in meinen Augen negativ-) Beispiel. Weswegen ich es gern als klein-Baden-Württemberg bezeichne. Ansonsten trifft man in SH viele kommunale Rettungsdienste, oder vergleichbare Konstrukte, die mit vielen Voll- und einigen Teilzeitmitarbeitern und selten mal mit GfBlern arbeiten und diese entlohnen. Damit sind Kleinigkeiten wie feste Dienstpläne, Teilnahme an Fortbildungen und in gewissen Grenzen die Einhaltung von Standards durch den Betreiber viel einfacher durchzusetzen. Und ja, ich glaube, dass dies ein Merkmal von Professionalität ist. Und ich kenne eine Menge funktionierende SEGen in diesen Bereichen. Teils in enger Kooperation mit dem jeweiligen Rettungsdienstbetreiber.
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