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Merlin

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16.02.2018, 18:44

Berliner Feuerwehr - extreme Einsatzbelastung und Überstunden

Hallo zusammen,

anbei ein Video der "Berliner Morgenpost", dass einen Blick auf das vermehrte Einsatzaufkommen und den extremen Überstundenberg der Kollegen der BF Berlin
ermöglicht.

https://www.morgenpost.de/videos/article…ungsdienst.html

Wie soll man so etwas noch in den Griff bekommen? Dieser Berg an Überstunden kann doch weder abgefeiert noch ausbezahlt werden.
Gleichzeitig sollen mit den leeren Berliner Kassen über dreihundert neue Kollegen eingestellt werden, die aber, so wie ich das sehe, für die
zeitgleich angekündigten zusätzlichen 100 Einsatzfahrzeuge (ich gehe davon aus, dass damit überwiegend RTW gemeint sein dürften) drauf gehen
werden.

Die dortigen Kollegen sind zunehmend frustriert und wandern auch oft ab.

Diese Probleme sind ja auch alle nicht neu und in vielen Bundesländern in ähnlicher Form anzutreffen.
Was also tun?
Retter auf dem Weg zur Erfahrung :rtw:

M1k3

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17.02.2018, 10:54

Es wandern kaum Kollegen ab.

Was tun: weniger Autos schicken, weniger Patienten mitnehmen. Es ist echt nicht so kompliziert.
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Anubisath

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17.02.2018, 16:04

Was tun: weniger Autos schicken, weniger Patienten mitnehmen. Es ist echt nicht so kompliziert.
Wunderbar... Damit sind nicht nur die Probleme in Berlin gelöst, sondern in allen Rettungsdienstbereichen. Warum ist darauf noch kein anderer schlauer Kopf gekommen? Es ist doch nicht so kompliziert. :ironie:

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M1k3

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18.02.2018, 11:26

Was tun: weniger Autos schicken, weniger Patienten mitnehmen. Es ist echt nicht so kompliziert.
Wunderbar... Damit sind nicht nur die Probleme in Berlin gelöst, sondern in allen Rettungsdienstbereichen. Warum ist darauf noch kein anderer schlauer Kopf gekommen? Es ist doch nicht so kompliziert. :ironie:
Die Not ist halt nicht groß genug. Wenn Sie das wird, wird man das Umsetzen, was ich geschrieben habe.
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18.02.2018, 15:05

Es wandern kaum Kollegen ab.

Was tun: weniger Autos schicken, weniger Patienten mitnehmen. Es ist echt nicht so kompliziert.

Bis eben ma lein Brief vom Staatsanwalt kommt... :rolleyes2:
"...Was Sie brauchen haben Sie und was Sie nicht haben brauchen Sie auch nicht.."

M1k3

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18.02.2018, 17:51

Wir könnten auch den Rettungsdienst ganz abschaffen. Komplett löschen. Dann kommt auch kein Brief vom Staatsanwalt.
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Monkeyface

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18.02.2018, 17:58

Das was mich wirklich ärgert ist, dass kein Brief vom Staatsanwalt kommt, weil der Polytraumatisierte von einer Crew, die keinerlei Notfallerfahrung mehr hat, versorgt wird. Oder wenn die Reanimation nicht überlebt, weil der zuständige RTW gerade nicht verfügbar ist. Aber wehe, wenn nicht allen Wünschen der hilflosen Idioten entsprochen wird. Da winkt natürlich das Gesetzbuch.

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18.02.2018, 18:15

Bei den beschriebenen Fällen (Polytrauma, CPR) eine Kausalität abzuleiten, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Patient sonst überlebt hätte, wird nicht klappen. Und wenn der RTW nach LRDG besetzt wurde, ist alles gut. Ich habe noch nirgends zusätzlich zur Qualifikation, gewissen, dass mindestens 5 Jahre Berufserfahrung vorliegen müssen.

Und zum eigentlichen Thema. Bei uns gibt es einige Ärzte, die bei offensichtlichem Unsinn auf den RTW Transportscheinen vermerken, dass keine Indikation für den Rettungsdienst vorlag. Und damit wird es eine Privatrechnung.

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M1k3

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18.02.2018, 18:18

Und zum eigentlichen Thema. Bei uns gibt es einige Ärzte, die bei offensichtlichem Unsinn auf den RTW Transportscheinen vermerken, dass keine Indikation für den Rettungsdienst vorlag. Und damit wird es eine Privatrechnung.
Nicht so wirklich. Am ehesten bleibt der RD auf der Rechnung sitzen, oder der Kassenpatient reicht eben die Rechnung ein.

Für mich ist das die typische Trotzreaktion eines zahnlosen Systems.
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Monkeyface

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18.02.2018, 18:40

Bei den beschriebenen Fällen (Polytrauma, CPR) eine Kausalität abzuleiten, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Patient sonst überlebt hätte, wird nicht klappen. Und wenn der RTW nach LRDG besetzt wurde, ist alles gut. Ich habe noch nirgends zusätzlich zur Qualifikation, gewissen, dass mindestens 5 Jahre Berufserfahrung vorliegen müssen.
Ist mir völlig klar. Aber ehrlich gesagt ist der Sinn eines Rettungsdienstes der, dass das Polytrauma und die Rea vernünftig versorgt werden. Und wenn das nicht der Fall ist, weil irgendwelche Lappalien zu viel Zeit in Anspruch nehmen, dann ist das schlicht nicht gut. (Ich glaube übrigens, dass man in machen Rettungsdiensten beliebig viel Berufserfahrung haben kann ohne Routine mit Notfällen zu bekommen, einfach weil sie für den einzelnen zu selten sind.)

Sebastian Kraatz

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18.02.2018, 19:38


Und zum eigentlichen Thema. Bei uns gibt es einige Ärzte, die bei offensichtlichem Unsinn auf den RTW Transportscheinen vermerken, dass keine Indikation für den Rettungsdienst vorlag. Und damit wird es eine Privatrechnung.


Warum kommt der beschriebene Patient überhaupt mit dem RTW ins Krankenhaus?

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18.02.2018, 19:43

Zitat


...
Und zum eigentlichen Thema. Bei uns gibt es einige Ärzte, die bei offensichtlichem Unsinn auf den RTW Transportscheinen vermerken, dass keine Indikation für den Rettungsdienst vorlag. Und damit wird es eine Privatrechnung. ...


Nicht ganz richtig, da in NRW laut Rettungsdienst - Gesetz solche Fehlfahrten umgelegt werden dürfen in den Transportgebühren. Damit ist in NRW die private Abrechnung von RTW und NEF quasi nicht mehr möglich und die Allgemeinheit zahlt. Schlauer wäre es von den ärztlichen Kollegen daher eher einen KTW zu verordnen, denn der kann privat in Rechnung gestellt werden.

Merlin

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18.02.2018, 20:40

Wäre es nicht vielleicht sinnvoll, die Schichtzeiten in Berlin auf acht Stunden zu verkürzen? Sprich Früh, Spät und Nachtdienst?

Was soll man ansonsten kurzfristig zur Entlastung der Mitarbeiter tun?
Schließlich wurde auch in den vergangenen Jahren fast nirgendwo auf die stetig ansteigenden Zahlen reagiert. Es wird immer nur an die Bürger appelliert, man solle sich überlegen, ob der Anruf in der Leitstelle nötig ist. Offenbar sind die Bürger davon aber immer häufiger überzeugt.

Und jeder von uns kennt die Situation, wenn man vor einem Patienten steht und sich überlegen muss, ist dessen Anliegen nun so akut, dass eine Vorstellung im KH zwar Sinn macht, aber nicht mit dem RTW durchgeführt werden muss, und wie in einem solchen Fall zu Verfahren ist.

Zwar werden selten Anzeigen gegen das Rettungsfachpersonal wegen nicht durchgeführten Transporten erhoben, aber ich und auch viele Kollegen haben in ihrer Ausbildung oft genug in der Rechtskunde die theoretisch vorhandenen juristischen Fallstricke aufgezeigt bekommen. Dass reicht schon oft, um einen subjektiv und vermutlich auch objektiv unnötigen Transport durchzuführen, strikt nach dem Motto "Lieber auf Nummer sicher gehen".
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18.02.2018, 21:03


Und zum eigentlichen Thema. Bei uns gibt es einige Ärzte, die bei offensichtlichem Unsinn auf den RTW Transportscheinen vermerken, dass keine Indikation für den Rettungsdienst vorlag. Und damit wird es eine Privatrechnung.


Warum kommt der beschriebene Patient überhaupt mit dem RTW ins Krankenhaus?


Sowas würde doch viel schneller vor Gericht kommen. Kasse sagt, zurecht, warum sollen wir dafür zahlen. Und dann sagt der Patient: Die haben gesagt, die fahren ich ins Krankenhaus. Die haben nichts davon gesagt, dass das nicht erforderlich ist. Und am Ende bleibt den RD drauf sitzen.

Die Konsequenz kann eigentlich nur eine sein: Nicht indizierte Transporte werden konsequent nicht durchgeführt.
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• Fred Rogers

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18.02.2018, 21:15

Ich bin mir sehr sicher, dass die Kollegen der BF alles andere als begeistert wären wenn man ihnen 8h Dienste hinstellt.

Monkeyface

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18.02.2018, 23:29


Die Konsequenz kann eigentlich nur eine sein: Nicht indizierte Transporte werden konsequent nicht durchgeführt.
Das ist aber ja nicht gewünscht, beziehungsweise darf dann niemals irgendetwas in die Hose gehen. Das ist aber letztlich eine statistische Unmöglichkeit. Ich würde zum Beispiel niemals für einen besoffenen Freund einen RTW rufen, sondern im Zweifel würde der von allen, die noch laufen können nach Hause geschleift. Das ist meiner Meinung nach auch die Lösung, die der gesunde Menschenverstand gebietet. Wenn Besoffene konsequent und m.E. sinnvollerweise von allen RTWs in Deutschland nicht transportiert würden, dann wäre aber garantiert einer von 10.000 dabei, der die Treppe runter segelt, in seinem Vorgarten erfriert oder auf noch dämlichere Art ums Leben kommt. Diese Kollateralschäden sind wir nicht bereit zu akzeptieren, auch wenn das dazu führt, dass der Rettungsdienst bei den Ereignissen, für die wir ihn unterhalten später, unzuverlässiger und mangels Erfahrung schlechter hilft, was (vermute ich) mehr Menschen das Leben kostet.

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18.02.2018, 23:52


Die Konsequenz kann eigentlich nur eine sein: Nicht indizierte Transporte werden konsequent nicht durchgeführt.
Das ist aber ja nicht gewünscht, beziehungsweise darf dann niemals irgendetwas in die Hose gehen. Das ist aber letztlich eine statistische Unmöglichkeit. Ich würde zum Beispiel niemals für einen besoffenen Freund einen RTW rufen, sondern im Zweifel würde der von allen, die noch laufen können nach Hause geschleift. Das ist meiner Meinung nach auch die Lösung, die der gesunde Menschenverstand gebietet. Wenn Besoffene konsequent und m.E. sinnvollerweise von allen RTWs in Deutschland nicht transportiert würden, dann wäre aber garantiert einer von 10.000 dabei, der die Treppe runter segelt, in seinem Vorgarten erfriert oder auf noch dämlichere Art ums Leben kommt. Diese Kollateralschäden sind wir nicht bereit zu akzeptieren, auch wenn das dazu führt, dass der Rettungsdienst bei den Ereignissen, für die wir ihn unterhalten später, unzuverlässiger und mangels Erfahrung schlechter hilft, was (vermute ich) mehr Menschen das Leben kostet.


Genau den Gedanken, den du in deinem zweiten Teil ansprichst, hatte ich auch. Die Versorgung wird nämlich durch fehlende Routine auch schlechter.
Es wird immer diese große Angst vor dem Staatsanwalt angegeben. Immer wieder und wieder. Ich kenne aber auch einige Kollegen, die ganz regelmäßig die Leute zu Hause lassen und wirklich nur indizierte Transporte durchführen. Jedoch findet auch ein entsprechend aufklärendes Gespräch und, ganz wichtig, eine lückenlose Dokumentation statt. Mir wäre nicht bekannt, dass diese Leute regelmäßig vor Gericht gezerrt werden. Nur ist eben auch das natürlich mit (Schreib)Arbeit verbunden. Und dann wird es sich auch nicht selten schön geredet, die Leute zu transportieren, wo es offensichtlich gar nicht notwendig ist: Kotzt mir das Auto nicht voll, muss ich nicht tragen, bezahlt mein Gehalt, in der Zeit kriege ich keine andere "Scheiße", usw. Es sind also nicht immer nur die Patienten, die das System ausnutzen, sondern auch die Besatzungen, die das Spiel (aus verschiedensten Gründen) mitspielen.

Und es muss an beidem gearbeitet werden. Ich kenne viele Retter, die wollen aber nicht gerne an sich arbeiten. Die wollen, dass nur die anderen es tun.
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19.02.2018, 08:18

Das geht in dieselbe Richtung wie beim ?Gesprächsführungs-Thread?. Wie ich da schon geschrieben habe: das ?Nicht-Transportieren? hat dasselbe Problem wie die invasiven Massnahmen. Es muss offiziell von jedem NotSan erwartet bzw. gefordert werden und für die Massnahme auch die entsprechende Rückendeckung gegeben sein. Wenn bei dem oben beschriebenen Kollegen beim Daheimlassen mal was schief geht, hilft zwar die gute Dokumentation schonmal viel, aber es kommt sicher jemand und sagt: ?das liegt gar nicht in der Kompetenz des NotSan, er hätte den Pat. einem Arzt vorstellen müssen...?. Wenn das (wie z.B. die Medigabe auch) allerdings Alltag von jedem NotSan wäre, stünde das auf einem ganz anderen Fundament. Ich kann mich bei einem Patientenschaden gerne für einen eventuellen Fehler vor Gericht rechtfertigen, nicht aber für die Massnahme an sich.

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19.02.2018, 10:26

Das geht in dieselbe Richtung wie beim ?Gesprächsführungs-Thread?. Wie ich da schon geschrieben habe: das ?Nicht-Transportieren? hat dasselbe Problem wie die invasiven Massnahmen. Es muss offiziell von jedem NotSan erwartet bzw. gefordert werden und für die Massnahme auch die entsprechende Rückendeckung gegeben sein. Wenn bei dem oben beschriebenen Kollegen beim Daheimlassen mal was schief geht, hilft zwar die gute Dokumentation schonmal viel, aber es kommt sicher jemand und sagt: ?das liegt gar nicht in der Kompetenz des NotSan, er hätte den Pat. einem Arzt vorstellen müssen...?. Wenn das (wie z.B. die Medigabe auch) allerdings Alltag von jedem NotSan wäre, stünde das auf einem ganz anderen Fundament. Ich kann mich bei einem Patientenschaden gerne für einen eventuellen Fehler vor Gericht rechtfertigen, nicht aber für die Massnahme an sich.


Ich hätte es nicht besser und treffender formulieren können!
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19.02.2018, 17:40

Zitat

Zitat


...
Und zum eigentlichen Thema. Bei uns gibt es einige Ärzte, die bei offensichtlichem Unsinn auf den RTW Transportscheinen vermerken, dass keine Indikation für den Rettungsdienst vorlag. Und damit wird es eine Privatrechnung. ...


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Es handelt sich nicht um eine Fehlfahrt. Fehlfahrt = kein Patiententransport.
Da ein Transport stattgefunden hat, handelt es sich um eine privat zu begleichende Rechnung.

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