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Sebastian Kraatz

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02.02.2019, 09:49

Pilotprojekt im Kreis Nordfriesland: zwei REF sollen den Rettungsdienst unterstützen

Zitat

Der Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland plant ein bundesweites Pilotprojekt: Künftig sollen testweise zwei neuartige »Rettungs-Einsatz-Fahrzeuge« (REF) zusätzlich eingesetzt werden. Dadurch soll gerade bezogen auf den ländlichen Raum die Versorgungssituation im Rettungsdienst verbessert werden, bei gleichzeitiger Entlastung der üblichen, mit zwei Personen besetzten Rettungswagen (offiziell: Rettungstransportwagen oder RTW).


nordfriesland.de

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feuerwehrla (09.02.2019)

Blutverlust

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02.02.2019, 10:17

Damit dürften RTW Dienste schlagartig ziemlich unbeliebt werden.
Mir fehlt ein wenig die Fantasie, was es jetzt genau bringen soll.

Sinnvoller hätte ich eher ein Fahrzeug erachtet, dass man noch unter der "Eskalationsstufe NEF" nachfordern könnte, z.B. wenn man einfach mal mehr "Man-Power" benötigt oder fachliche Beratung bei einem nicht-kritischen Patient.

fakl

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02.02.2019, 10:25

Es ist halt billiger in der Vorhaltung als ein NEF oder RTW... und jetzt kommts:
Vermutlich wird das REF die Hilfsfrist einhalten.

Das bedeutet:
Die RTW nutzt man dann mit einer zum KTW Analogen Auslastungsquote von nahezu 100 %.

Falls mich wer kritisieren möchte, das eine betriebswirtschaftliche Perspektive.
Dass diese Perspektive aus medizinischer Sicht Unsinn ist, steht auf einem anderen Blatt.
"Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind." Albert Camus

BirdyB

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03.02.2019, 19:57

Also irgendwie erschließt sich mir der Sinn des Ganzen nicht, ausser einer Verbesserung der Hilfsfrist auf dem Papier.
So lange noch nichtmal gescheit geregelt ist, was der Not-San denn nun im Einsatz tun darf oder soll halte ich es auch für den falschen Ansatz noch mehr Konzepte aus dem Boden zu stampfen.
Da wo ich mich noch ab und an im Rettungsdienst tummele muss ich für jede erweiterte Maßnahme ein NEF bestellen, anstatt bei einer erfolgreichen Maßnahme den Patienten dem Arzt im KH zu übergeben. Dann kann ich i.d.R. auch mit den meisten Maßnahmen warten. Was darf denn dann das REF? Ein bisschen Basisversorgung, ein bisschen Händchenhalten und den Patienten vertrösten bis eine Transportkomponente eintrifft? Wenns nicht so schlimm ist, kann ja dann auch ein KTW zum REF kommen und den Patienten mitnehmen während die RTW in Krankentransporteinsätzen gebunden sind?
Meiner Meinung nach müsste man erstmal den Rettungsdienst wie er jetzt ist vernünftig regeln bevor man mit weiteren Baustellen beginnt...
Per aspera ad astra!

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Johannes D.

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03.02.2019, 20:30

Naja, ein bisschen hat man hier das Rad neu erfunden. Man hat letztlich einen First Responder eingeführt, nur weniger nach dem Vorbild der Hilfsorganisationen mit einem im Ort wohnenden Sanitäter / Helfer, sondern professionell besetzt und ausgestattet. Der Vergleich zu Dänemark hinkt etwas, meiner Kenntnis nach, da hier eine höhere Ausbildungsstufe eingesetzt wird, der ähnlich wie der Notarzt zwecks fachlicher Expertise hinzugezogen wird.

@BirdyB: Den Nordfriesen tust du allerdings unrecht. Sicherlich ist die Rechtslage in Deutschland schon lange in Diskussion, sicherlich sind gibt es da viele Probleme. Aber relevant ist doch die lokale Umsetzung. Der Rettungsdienst Nordfriesland hatte schon lange vor der Einführung des Notfallsanitäters Algorithmen, die einen erheblichen Umfang hatten und recht klar regeln, was von wem wann erwartet wird. Sie waren damit die Vorreiter im Vorreiterbundeslandes Schleswig-Holstein - auch wenn man es gern bekannteren Rettungsdiensten unterstellt. Aber dort ist es lang akzeptiert und mit wenigen öffentlich gewordenen Problemen über etliche Jahre umgesetzt.
Land zwischen den Meeren,
vor dem sich sogar die Bäume verneigen,
du bist der wahre Grund,
warum Kompassnadeln nach Norden zeigen!

BirdyB

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6

03.02.2019, 20:49

@Johannes: Es tut mir leid, falls ich den Kollegen aus dem Norden da Urecht tue. Ich bin mit der Situation des Rettungsdienstes in meinem näheren Umfeld nur recht unzufrieden. Sieh mir bitte nach, falls sich der gesamte Unmut jetzt in diesem Thema entladen hat. Hauptamtlich habe ich dem Rettungsbusiness Mitte des letzten Jahres den Rücken gekehrt, bin aber nach wie vor NotSan mit Leib und Seele und nebenher immer noch auf dem RTW zu finden. Würde ich noch Vollzeit im Rettungsdienst sein, würde mich die Situation hier jetzt doch sehr demotivieren.
Ich freue mich natürlich, wenn die Kollegen das Vertrauen und die Wertschätzung erfahren, die Sie verdienen und ich freue mich, wenn gut ausgebildetes Rettungspersonal sein Wissen und seine Erfahrung fachlich einsetzen und eigenverantwortlich tätig werden kann.

In diesem Sinne: Nix für ungut.. :bye2:
Per aspera ad astra!

Falkenzucht

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04.02.2019, 09:46

Ich sehe es wie Blutverlust, dass das bei den RTW Besatzungen nicht gut ankommt. Als bei uns die First Responder angefangen haben, ist/war der Frust bei den RTW Besatzungen auch groß. Die Fahrzeuge sind mit Notfallrucksäcken ausgestattet und haben damit, bis auf die Medikamente, alles analog dem RTW dabei. Hinzu kommt, dass die Fahrer zum großen Teil hauptberuflich als RettAss und mittlerweile NotSan arbeiten. D.h. die Notfallpatienten sind/waren versorgt, bis der RTW zum Transport eintrifft. Um das ganze etwas zu entschärfen, unterstützen die First Responder nun noch beim Umlagern, Tragen durchs Treppenhaus etc. Gerade dies fällt hier aber weg, da das REF sich nach Eintreffen des RTW wieder klar melden soll. Bin mal gespannt, wie das System angenommen wird.

tansamalaja

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04.02.2019, 10:00

Hier nochmal etwas ausführlicher:
https://www.nordfriesland.de/Quicknaviga…Na8LdQc2p1pOyFI
Und hier die aktuellen Landesalgorhitmen in SH, die zu 100% in NF umgesetzt sind:
https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fac…cationFile&v=10
Wenn der Hirntod wirklich ein Indiz für das Lebensende wäre, dann
müssten in Deutschland ganze Bevölkerungsgruppen begraben werden.
(Dieter Nuhr)

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Hauke

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04.02.2019, 14:08

Ich sehe es wie Blutverlust, dass das bei den RTW Besatzungen nicht gut ankommt. Als bei uns die First Responder angefangen haben, ist/war der Frust bei den RTW Besatzungen auch groß. Die Fahrzeuge sind mit Notfallrucksäcken ausgestattet und haben damit, bis auf die Medikamente, alles analog dem RTW dabei. Hinzu kommt, dass die Fahrer zum großen Teil hauptberuflich als RettAss und mittlerweile NotSan arbeiten. D.h. die Notfallpatienten sind/waren versorgt, bis der RTW zum Transport eintrifft. Um das ganze etwas zu entschärfen, unterstützen die First Responder nun noch beim Umlagern, Tragen durchs Treppenhaus etc. Gerade dies fällt hier aber weg, da das REF sich nach Eintreffen des RTW wieder klar melden soll. Bin mal gespannt, wie das System angenommen wird.


Also entstand die Unzufriedenheit dadurch, dass der RTW nicht mehr versorgte, sondern nur noch transportierte, korrekt?

Ich welchen Fällen wird das REF denn alarmiert? Immer, wenn es schneller ist? Wenn abzusehen, dass der RTW die Hilfsfrist überschreitet?
“When I was a boy and I would see scary things in the news, my mother would say to me, "Look for the helpers. You will always find people who are helping.”

• Fred Rogers

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10

04.02.2019, 14:21

Also entstand die Unzufriedenheit dadurch, dass der RTW nicht mehr versorgte, sondern nur noch transportierte, korrekt?
genau so ist es
Ich welchen Fällen wird das REF denn alarmiert? Immer, wenn es schneller ist? Wenn abzusehen, dass der RTW die Hilfsfrist überschreitet?
also dem "Nordfrisland"-Artikel nach stehen die Fahrzeuge auf den Rettungswachen. Ich gehe daher mal davon aus, das die REF alarmiert werden, wenn der RTW nicht da ist.
Zitat:"Zahlreiche Kreisverkehre, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen sowie der schlechte Zustand vieler Asphaltdecken senken die mögliche Höchstgeschwindigkeit weiter ab – selbst für Fahrzeuge mit Blaulicht. Das führt zu längeren Transportzeiten und damit zu einer längeren Abwesenheit des RTW. In dieser Zeit bleibt das betreffende REF vor Ort im Versorgungsbereich der Rettungswache und kann sofort einen eventuellen Folgeeinsatz übernehmen. "

raphael-wiesbaden

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04.02.2019, 14:33

Ich sehe es wie Blutverlust, dass das bei den RTW Besatzungen nicht gut ankommt. Als bei uns die First Responder angefangen haben, ist/war der Frust bei den RTW Besatzungen auch groß. Die Fahrzeuge sind mit Notfallrucksäcken ausgestattet und haben damit, bis auf die Medikamente, alles analog dem RTW dabei. Hinzu kommt, dass die Fahrer zum großen Teil hauptberuflich als RettAss und mittlerweile NotSan arbeiten. D.h. die Notfallpatienten sind/waren versorgt, bis der RTW zum Transport eintrifft. Um das ganze etwas zu entschärfen, unterstützen die First Responder nun noch beim Umlagern, Tragen durchs Treppenhaus etc. Gerade dies fällt hier aber weg, da das REF sich nach Eintreffen des RTW wieder klar melden soll. Bin mal gespannt, wie das System angenommen wird.


Also entstand die Unzufriedenheit dadurch, dass der RTW nicht mehr versorgte, sondern nur noch transportierte, korrekt?

Ich welchen Fällen wird das REF denn alarmiert? Immer, wenn es schneller ist? Wenn abzusehen, dass der RTW die Hilfsfrist überschreitet?


Sorry - aber das ist für mich nicht Frust sondern Nichtverstehen eines rettungsdienstlichen Auftrags!
Anders gesagt: die Kollegen sind im 21. Jahrhundert noch nicht angekommen.

Der RD soll das therapiefreie Intervall reduzieren bis zu einer abschliessenden Versorgung in einem geeigneten KH.
Wenn dieses Intervall durch ergänzende Massnahmen unterstützt wird: umso besser.

Verfolge ich den Gedanken konsequent weiter dann sollte der Notruf 112 radikal abgeschafft werden.
Ein Wirrwarr von Pseudonotrufnummern in Ein-Mann-Leitstellen (die 70-er-Jahre lassen grüssen...retro ist ja "in") wird dann dafür sorgen, daß landauf-landab unversorgte Notfallpatienten von Rettungshelden alleine versorgt werden können.
Das ist dann viel wichtiger als ein vorversorgter und gut stabilisierter Patient bis zum Eintreffen des RTW.
Flächendeckende AED? Um Gottes Willen - vielleicht sogar Laien die reanimieren...so richtig mit drücken und pusten :scare3:

Sofern FR-Systeme durch Rettungsfachpersonal getragen werden gehe ich selbstverständlich davon aus das dieser Dienst in irgendeiner Weise vergütet wird.
Freiwillig ausgeübte Leistung aufgrund von Druck seitens eines Arbeitgebers, weil das hochheilige Ehrenamt als Stütze der Gesellschaft bla-bla kann es hier nicht sein.

Ein FR-Dienst darf auch künftig keinesfalls in die Eintreffzeit des RDeingerechnet werden
raphael-wiesbaden

Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Selig sind die geistig Armen - nur: kann der Himmel die ganzen Seligen auch wirklich aufnehmen ?

tansamalaja

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04.02.2019, 15:13

Ich welchen Fällen wird das REF denn alarmiert? Immer, wenn es schneller ist? Wenn abzusehen, dass der RTW die Hilfsfrist überschreitet?

Zitat aus dem Artikel:

Zitat

Der Kreis Nordfriesland reagiert auf zwei Arten: Er baut zusätzliche
Rettungswachen – eine ist bereits in Sankt Peter Ording aktiv, eine
zweite soll im nördlichen Kreisgebiet entstehen – und will zwei
zusätzliche Standorte für die neuen REF einrichten: einen im Raum
Wobbenbüll/Hattstedt, einen voraussichtlich in der Gegend von Galmsbüll.
Der erste soll schwerpunktmäßig den Raum
Nordstrand/Hattstedt/Wobbenbüll abdecken, der andere das dünn besiedelte
nördliche Südtondern.
@Falkenzucht
Sie stehen also nicht auf den bereits vorhandenen Wachen, sondern werden als neue Standorte geschaffen, die sich in einem Rettungswachen-Bereich befinden und diesen in die Gebiete ausdehnt, in denen bisher die Hilfsfrist nicht gehalten werden konnte.
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Hauke

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04.02.2019, 15:39

Ich finde das Konzept eigentlich ziemlich gut. Ich habe mir sowas in der Art schon vor vielen Jahren für BaWü vorgestellt, wo es ja in den ländlichen Regionen ähnliche Probleme gab. Ich bin da kein Fan von ehrenamtlichen FR System. Nicht, weil ich was gegen das EA habe, sondern weil ich nicht einsehe, organisatorisches Versagen in einem hauptamtlichen Rettungsdienst durch ein Ehrenamt aufzufangen.

Unzufriedenheit hin oder her, da sollte man als guter Retter seinen Stolz mal runterschlucken und mehr "an die Sache" denken. Es ist ja nicht so, dass nun im ganzen Land die Patienten durch REFs versorgt werden und die RTW Besatzung nur noch das Liegentaxi spielt. Ganz im Gegenteil könnte es dadurch viel mehr Abwechslung geben, wenn man eben wechselnd NEF, RTW und REF Schichten hat. Einen Patienten, dem es wirklich schlecht geht, dann ALLEINE zu versorgen, ist nämlich auch nicht so einfach. Da wird auch eine dazukommende RTW Besatzung noch was zu tun kriegen.

Nach meiner ganz persönlichen Meinung finde ich das ein gutes Konzept, weil die Leute qualifiziert sind, dafür auch bezahlt werden und es auch noch kostengünstiger ist, als wieder einen weiteren RTW zu beschaffen. Und natürlich kann mit dem Eintreffen des REF auch die Hilfsfrist "gestempelt" werden.
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04.02.2019, 16:28

In der Schweiz auch ab und zu anzutreffen:

https://www.ksbl.ch/media/I30DEI6H/Medie…18-11-02_V2.pdf
Grüsse

M

"Denkt daran, hinauf zu den Sternen zu blicken, anstatt hinab auf eure Füße."
(Stephen Hawking 1942 - 2018)

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04.02.2019, 17:07

Ich bin da kein Fan von ehrenamtlichen FR System. Nicht, weil ich was gegen das EA habe, sondern weil ich nicht einsehe, organisatorisches Versagen in einem hauptamtlichen Rettungsdienst durch ein Ehrenamt aufzufangen.
Die Frage ist dabei jedoch, wie weit man dieses "organisatorische Versagen" des Verantwortlichen (der Kreis, kreisfreie Stadt, letztendlich die Landespolitik) optimieren möchte? Sicher sind auch Hilfsfristen von 5 Minuten machbar. Die Frage ist jedoch eher die, ob ein solches System dann noch bezahlbar ist? Und ob die Bürger dieses auch mit tragen wollen (weil höhere Krankenkassenbeiträge)? Soweit sind daher FR-Systeme sinnvoll, wenn es darum geht das therapiefreie Intervall zu verkürzen (und auch den schnell überlasteten Ersthelfer / Laien abzulösen).

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04.02.2019, 19:08

Angesichts des Gesamtvolumens der GKV in EUR bzw. dem Umfang der Leistugen wäre der Versch einer Beitragssteigerung (begründet durch die Ausgaben des Rettungsdienstes) m.E. ein Schuss in den Ofen.
Selbst Bürger ohne jedes fachliches Wissen wird nicht vermittelbar sein das dieser Einzelposten im Vgl. zu ärztlicher und zahnärztlicher ambulanter Behandlung, Medikamente, Klinikbehandlungen, Kuren, Vorsorgemaßnahmen, Impfungen usw. relevant ins Gewicht fällt.
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04.02.2019, 19:16

Als bei uns die First Responder angefangen haben, ist/war der Frust bei den RTW Besatzungen auch groß. Die Fahrzeuge sind mit Notfallrucksäcken ausgestattet und haben damit, bis auf die Medikamente, alles analog dem RTW dabei. (...) D.h. die Notfallpatienten sind/waren versorgt, bis der RTW zum Transport eintrifft..


Kann ich absolut nicht nachvollziehen! ?-( Wenn ich als "Rapid-Responder" einen Patienten versorgt habe wird dies ebenso geschätzt, wie ich mich freue, dass ein Kollege die erforderlichen Massnahmen eingeleitet hat und ich den Patienten nur noch "aufladen" muss.
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DocJojo (04.02.2019), Flexer (05.02.2019)

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04.02.2019, 19:26

Ich bin da kein Fan von ehrenamtlichen FR System. Nicht, weil ich was gegen das EA habe, sondern weil ich nicht einsehe, organisatorisches Versagen in einem hauptamtlichen Rettungsdienst durch ein Ehrenamt aufzufangen.
Die Frage ist dabei jedoch, wie weit man dieses "organisatorische Versagen" des Verantwortlichen (der Kreis, kreisfreie Stadt, letztendlich die Landespolitik) optimieren möchte? Sicher sind auch Hilfsfristen von 5 Minuten machbar. Die Frage ist jedoch eher die, ob ein solches System dann noch bezahlbar ist? Und ob die Bürger dieses auch mit tragen wollen (weil höhere Krankenkassenbeiträge)? Soweit sind daher FR-Systeme sinnvoll, wenn es darum geht das therapiefreie Intervall zu verkürzen (und auch den schnell überlasteten Ersthelfer / Laien abzulösen).


Ich verstehe sehr gut was du meinst und gehe da sogar mit. Wenn ich ins hinterletzte Dörfchen ziehe, habe ich eben kein Ärztehaus um die Ecke, keine drei Supermärkte und eben auch nicht nach maximal 12 Minuten eine Feuerwehr, einen Rettungs - oder Polizeiwagen vor der Tür. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite pfeifen die Rettungsdienste aber aus sehr vielen Gründen aus dem letzten Loch. Und die Antwort darauf sind immer nur noch mehr RTW. Das kann es nicht sein. Da ist ein REF zumindest erstmal eine günstigere Alternative, die - professionell betrieben - eben auch eine entsprechende Versorgung gewährleisten kann.

Das soll nicht heißen, dass es nicht ehrenamtliche FR System geben soll - auch durch die Feuerwehr. Das hatten wir ja schonmal hier diskutiert. Nur sind eben viele Probleme im Rettungsdienst keine, die nur durch ländliche Gebiete und weite Wege zu erklären sind. Und sowas gehört nicht auf den Schultern eines Ehrenamts ausgetragen. Dann sollen wenigstens "echte" Jobs entstehen.
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05.02.2019, 03:16

Also ich verstehe es immer noch nicht.
Das Ding ist:
-Besetzt wie ein RTW
-Ausgestattet wie ein RTW
-Wird zu Einsätzen geschickt wie ein RTW
Hat aber keine Trage...

Wieso baut man nicht noch eine Trage ein und nennt das ganze Spezielles-Hochqualifiziertes-Intensiv-Transportfahrzeug (S.H.I.T.)?
Klingt dann immer noch neu und innovativ, ist aber weniger sinnlos.

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05.02.2019, 07:35

Wieso lässt man nicht das Projekt erstmal anlaufen und sieht dann, ob das sinnvoll ist, ohne es vorher kaputt zu reden?
Jemand, der nicht schon im wirklich ländlichen Bereich gearbeitet hat, wird die Idee verstehen können.
"Alle Menschen müssen sterben", meinte Boileau einst am Hofe Ludwigs XIV.
Als der Sonnenkönig ihn darauf scharf ansah, korrigierte sich
Boileau sofort: "Fast alle Menschen, Sire, fast alle!"

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